Offene Gärten der Ahr

„DAS AHRTAL ERBLÜHT“ – das Motto der Offenen Gärten 2026,
Teil vom Kultursommer Rheinland-Pfalz

„Die goldenen 20er Jahre“ ist für uns ein wunderbares Motto. Wir nutzen dies als Symbol für das „goldene Erblühen“ des Ahrtals fünf Jahre nach der Flut. Wir betrachten die Möglichkeiten, die Kunst und Kultur und Gärtnern zu diesem „Erblühen“ beitragen können.

Mit dem Motto kehren wir auch in die Geschichte des Ahrtals in den 20er Jahren zurück, beleuchten das „Erblühen“ des Ahrtals damals noch einmal und betrachten es durch historische Führungen und Gespräche kritisch.

Im Jahr 2026 wollen wir uns erlauben, mehr zu träumen, und neuen Impulsen, Gedanken und Fragen zur Zukunft des Ahrtals besondere Aufmerksamkeit schenken. Wir wollen mit Künstlern, Jugendlichen, Besuchern und Einheimischen “die goldenen Zwanziger” des Ahrtals vorstellen, darüber malen, schreiben und musizieren.

Wie stellen wir uns „die goldenen Zwanziger“ vor?

Was sagt unsere Fantasie?

Wie kann das Ahrtal ein gemeinsamer, aufblühender Garten werden?

Wie sieht dieses „DAS AHRTAL ERBLÜHT“ aus?

„DAS AHRTAL ERBLÜHT“ steht für die neuen Möglichkeiten, die sich den Menschen im Ahrtal durch die Flutkatastrophe eröffnet haben: neue Netzwerke, ein neues Bewusstsein für Natur und Nachhaltigkeit, neue Ideen für die Gemeinschaft, neue Solidarität und das Bedürfnis nach Nähe.

„DAS AHRTAL ERBLÜHT“ feiert die Bedeutung und Stärke kleiner lokaler Gemeinschaften und einzelner Menschen und möchte zu deren Sichtbarkeit beitragen.

Das Projekt

Warum

Das Ahrtal trägt noch die Spuren des Hochwassers von 2021 und wird sie noch tragen. Viele neue Landschaften sind entstanden, andere entstehen gerade. Viele Menschen haben ihre Gärten überdacht und neu gestaltet oder sind dabei, dies zu tun. Das Wort “Nachhaltigkeit” ist aus der Zukunft des Ahrtals nicht mehr wegzudenken. Die Offenen Gärten an der Ahr wollen diese neuen Denk- und Begegnungsräume unterstützen, die Anstrengungen der Beteiligten würdigen und das gesamte Ahrtal als einen kulturellen Garten der Begegnung feiern.

Die ersten Erfahrungen der Offenen Gärten 2023, 2024 und 2025 sind ermutigend.

Neue Begegnungen mit vielen engagierten Menschen sind entstanden und tragen die Möglichkeiten weiter, das Ahrtal neu zu erleben.

Hintergrund

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich im Juli 2021 verzweifelt in unserem Garten stand und die zerstörten Hochbeete bedauerte. “Keine Tomaten in diesem Jahr.” Dieser Gedanke kam schnell und verschwand schnell wieder. Die Tomaten wären ohnehin die letzte Sorge gewesen.

Gerade der Blick in den Garten hat sich nach der Flut verändert. Mit den ersten gelben Echinacea, Geschenk der netten Verkäuferin im Blumenladen. Mit den beiden Magnolien, gerettet aus dem Garten einer Nachbarin, deren Haus abgerissen und der ganze Garten mit Bäumen und Blumen zerstört wurde. Die beiden Magnolien überlebten die Ausgrabungs- und Umpflanzungsaktion und begannen ein zweites Leben in unserem Vorgarten. Das war auch für uns ein Neuanfang – jetzt bepflanzen wir endlich den Vorgarten neu und bringen neues Leben hinein.

Auch wenn das Haus noch lange nicht fertig war, haben der Anblick des Gartens und die Gartengespräche mit den Nachbarn eine tiefe innere Hoffnung gegeben. Es geht weiter. Anders, aber es geht weiter. Die Natur erholte sich viel schneller als erwartet und das nährte den Boden der Hoffnung tief in mir.

Dann kamen viele Reisen und Gespräche im Ahrtal für meinen neuen Podcast “89 Schritte“. Ich kam oft sehr inspiriert nach Hause, nach Begegnungen mit Menschen, die weitermachen wollten, mit einem neuen Blick auf das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur.

“Offene Gärten an der Ahr” zelebriert genau diese neuen Zwischenräume des Aufbruchs.

Diana Ivanova